Veröffentlicht: 11.02.2020
Genau vor 90 Jahren wurde in Genf der internationale BPW-Verband gegründet, mit dem Ziel, Berufs- und Geschäftsfrauen aus allen Ländern der Welt zu vereinen und zu vernetzen. Das Ritual der Kerzenlichtfeier entstand in Zeiten, als es kaum möglich war, einen persönlichen Kontakt zu pflegen. Sie sollte fortan die Verbundenheit zwischen BPW-Frauen zelebrieren.
Die gut besuchte Feier des Urner Clubs fand im stimmungsvollen Ambiente des «Griänä Hüüs» statt. Der Höhepunkt des Abends stellte jedoch die Podiumsdiskussion mit drei Frauen dar, die fern von ihrer Heimat im Kanton Uri ein neues Zuhause gefunden haben. Deren Geschichten, Emotionen und Ansichten über Land und Leute wurde gebannt zugehört. So erzählte Elif, kurdische Türkin und aktuell Inhaberin eines Lebensmittelgeschäfts, wie sie zu Beginn jeweils bittere Tränen vergoss, als sie ihre Alben mit Bildern aus der Heimat durchblätterte - bis ihr Ehemann drohte, sie wegzuwerfen. Sarolta hatte in Serbien der ungarischen Minderheit angehört. Obwohl sie in der Schweiz den erlernten Beruf der Heilpädagogin nicht ausüben konnte, fand sie sich in Uri bald zuhause und war dankbar für die Unterstützung von vielen Seiten. Der Brasilianerin Luciane hingegen wurde davon abgeraten, eine Stelle in der Schweiz anzunehmen. «Du bist zu laut, sie werden dich hassen!», hatten Kollegen gewarnt. Nichts dergleichen, die promovierte Chemikerin fand sich in Altdorf schnell wohl, auch dank ihrem Mitwirken in verschiedenen Vereinen.
Gerne nutzten die Teilnehmerinnen die Gelegenheit, an den Tischen noch mehr über die spannende Vergangenheit der Gäste zu erfahren.
Text: Marina Lieber Fotos: Beatrice Kolvodouris