EPD 2025

EPD 2025

Hast du Zeit?
Podiumsdiskussion im Theater Uri


Veröffentlicht: 24.02.2025

 
EPD 2025 - Hast du Zeit? Podiumdiskussion im Theater Uri. 

Anlässlich des Equal Pay Days, der dieses Jahr auf den 15. Februar fiel, diskutierten am Samstag vier Urner Frauen im Rahmen der Veranstaltung «Frauen! Vol. 2» im Theater Uri über ihr Familienmodell, ob sie Zeit haben und wie sie mit ihrem Mental Load umgehen. Die Podiumsdiskussion wurde von einem gemeinsamen OK des BPW Uri und der Gleichstellungskommission des Kantons Uri organisiert. 

Wer kocht öfter? Wer räumt die Abschwaschmaschine aus und wer denkt daran? Wer packt den Turnsack der Kinder? Wer bemerkt eher, dass die Butter alle ist? Wer schreibt dies auf die Einkaufsliste? Und wer kauft sie ein? Dies waren die Fragen, die Moderatorin Loa Wild bei der Podiumsdiskussion an die knapp 100 Zuhörerinnen und Zuhörer richtete. Infolge unserer Sozialisierung und auch weil es die Mutter ist, die sich in der ersten Zeit nach der Geburt grösstenteils um die Kinder kümmert, sind es auch nach dem ersten Lebensjahr der Kinder meist die Mütter, die den grössten Anteil an der Denkarbeit leisten. Die den Turnsack packen und die Arzttermine ebenso organisieren wie die Geschenke für Kindergeburtstage.

Auf dem Podium standen Edith Baumann Renner, Mutter von zwei erwachsenen Kindern und ehemalige SUVA-Führungskraft, Margrith Gisler, Mutter von drei erwachsenen Kindern, Präsidentin des Urner Bäuerinnenverbands, die sich früher um Haus und Hof kümmerte und heute als Arztsekretärin arbeitet, und zwei Frauen, bei denen die Fragen aktuell sind: Isabelle Burri hat zwei schulpflichtige Kinder, ihr Mann und sie arbeiten beide 80 Prozent, und Nadine Arnold-Hartmann hat ihre Arbeit in der Pflege aufgegeben, um sich um ihre drei noch kleinen Kinder zu kümmern, während ihr Mann als Busfahrer arbeitet. «Hast du Zeit?» war die Leitfrage der Diskussion und es stellte sich heraus, dass nur Nadine Arnold-Hartmann es schafft, sich regelmässig Zeit für sich selber und zusammen mit Ihrem Partner zu nehmen. Bei den drei andern kam oder kommt diese Ich- und Paarzeit oft zu kurz. Sie waren sich aber einig, dass es wichtig ist, sich diese Zeit zu nehmen und sich entsprechend zu organisieren, um psychisch und physisch gesund zu bleiben.

Die Organisation wurde ebenfalls angesprochen: So setzen sich Isabelle Burri und Nadine Arnold-Hartmann jeweils am Sonntagabend mit ihren Partnern zusammen, um die nächste Woche zu planen und die Aufgaben aufzuteilen. Auch Edith Baumann Renner und ihr Partner handhabten dies so, allerdings übernahm bei ihnen, wie auch bei Margrith Gisler, meist der Pragmatismus die Oberhand. Bereits im Vorgespräch waren sich die vier Frauen aber einig, dass es viel Kommunikation und einen Partner braucht, der sie unterstützt.

Was den Mental Load betrifft, erklärten Margrith Gisler und Nadine Arnold-Hartmann, dass es sie sind oder waren, die die meiste Denkarbeit leisten und alles organisieren. Dabei waren sich die Podiumsteilnehmerinnen alle einig, dass es nicht immer einfach ist, die Verantwortung – ob für die Kinder oder die Organisation – abzugeben.

Als Moderatorin und BPW Mitglied Loa Wild die vier Frauen abschliessend nach Tipps für eine gelungene Zeiteinteilung und vor allem auch Aufteilung der Denkarbeit fragte, sagten sie übereinstimmend, es sei wichtig, dass frau sich überlegt, was sie will, dass sie sich selber bleibt und keinen vorgegebenen Rollen folgt. Wobei natürlich auch das Umfeld eine Rolle spielt, das für andere Familienmodelle offen sein muss. So kristallisierten sich abschliessend die Toleranz des Umfelds und die Kommunikation mit dem Partner als Grundlage dafür heraus, dass Frauen ihr Leben so führen können, wie es für sie stimmt, ob sie nun erwerbstätig bleiben oder zuhause bei den Kindern sind.
Das OK EPD hat hervorragende Arbeit geleistet. Herzlichen Dank an Theres Ziegler (Gleichstellungskommission), Loa Wild, Anita Iten und Jenny Walker (alle von BPW Uri). Der Anlass bekam eine erfreulich hohe Medienaufmerksamkeit



Text: Anita Iten
Fotos: Jenny Walker, Susanne Döhnert